Anpacken für den schmucken Mustergarten

Kleingartenanlage „Waisenhausgarten“ am Burger Flickschupark ist Bestandteil der Landesgartenschau

Von Mario Kraus

Für den Mustergarten im „Waisenhausgarten“ legen Mitglieder der Burger Kleingartenanlage und des Kreisverbandes derzeit gemeinsam Hand an. Die Parzelle soll auch als Ideengeber dienen. Foto: Mario Kraus

Burg l Dass die sengende Sonne diesmal ihre volle Kraft entfaltet, stört die muntere Gruppe in der Kleingartenanlage „Waisenhausgarten“ direkt am Flickschupark wenig. Richtige Gartenfreunde sind das gewohnt. Also wird gegraben, geharkt, gestrichen, gemäht … und zwischendurch fallen immer wieder aufmunternde Worte. Auch zwei junge Männer aus Syrien fühlen sich hier zu Hause und packen ganz selbstverständlich an. Wenn die Sprache noch nicht so ganz klappt – „der Mensch hat schließlich Hände, um sich zu verständigen“, freut sich Christa Seidel, Vorstandsmitglied der Gartenanlage.

Kein Wunder, dass Jutta Sohl, die Präsidentin des Kreisverbandes der Gartenfreunde Burg, froh ist, hier engagierte Mitstreiter gefunden zu haben, die letztlich zeigen, was das Gärtnertum in Burg ausmacht und wie schön, nützlich und erholsam gleichermaßen ein Kleingarten sein kann. Denn die Parzelle, die derzeit mit vereinten Kräften auf Vordermann gebracht wird, ist der Mustergarten zur Landesgartenschau (Laga). „Wir wollen zeigen, wie man beispielsweise diesen, etwa 500 Quadratmeter großen Garten sinnvoll gestalten kann“, erläutert der Vereinsvorsitzende Wolfgang Blötz. Also wird die Fläche, die noch bis vor Kurzem leer stand und vergrast war, für Beete hergerichtet. Hier soll wachsen, was ganz typisch in vielen Gärten sprießt – zum Beispiel Zwiebeln, Kartoffeln, Erdbeeren oder Johannisbeeren, hier soll es eine Wiese mit überdachter Sitzecke geben, ein Insektenhotel und ein Hochbeet für Kräuter. Und auch eine kleine, dann blau gestrichene Laube soll zum Verweilen einladen oder als Unterstellmöglichkeit dienen.

Schon jetzt ist erkennbar, welche Form der Garten einmal annehmen wird. Im nächsten Jahr dient er dann als eine Art Ideengeber für die vielen Besucher, die dann 2018 tagsüber von Mitte April bis Oktober einen Blick in die 13 000 Quadratmeter große Anlage mit den 37 gepflegten Parzellen werfen werden. Viele Pächter haben sich dort große Mühe gegeben, ein kleines und individuelles Freizeitparadies zu schaffen. „Wir hoffen deshalb, dass es auch einen regen Gedankenaustausch zwischen den Kleingärtnern und Laga-Gästen gibt“, sagt Jutta Sohl, die dankbar ist, dass sich Mitglieder des „Waisenhausgarten-Vereins“ und des Kreisverbandes diesem Projekt stellen und in ihrer Freizeit nun viele Arbeitsstunden leisten.

Auch wenn es noch mehr Mitstreiter sein könnten. Denn der Kreisverband beteiligt sich neben thematischen Veranstaltungen rund um die Gärtnerei darüber hinaus am so genannten Grünen Klassenzimmer der Laga. Schulkinder können beispielsweise auf praktische Weise erfahren, wie aus Samen eine Pflanze entsteht, welche Bedeutung kleine Insekten haben und, und, und. Jutta ist Sohl ist sich sicher: „Das wird sicher auch mal stressig, aber bestimmt abwechslungsreich.“

Und ganz sicher wird sich schnell eine Familie finden, die den schmucken Mustergarten nach dem Landesfest übernehmen wird.


Volksstimme – Burg – 2017.08.03

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